Für die Fliegernachrichtentruppe wurde die G1,2K beschafft, die Grosse
Kurzwellenfunkstation, welche die Bezeichnung C-Station erhielt, ist technisch
ähnlich wie die G1,5K / B-Station aufgebaut, entsprechend der Bedürfnisse
die Fliegertruppen wurde lediglich der Frequenzbereich des Senders in eine
höhere Frequenzlage angepasst und deckt mit 2 - 12 MHz die Bedürfnisse
der Schweiz gut ab. Dem Bedürfnis nach verbesserter Mobilität wurde durch Einbau in ein
besser geländegängliches Fahrzeug Rechnung getragen.
Der Sender der amplitudenmodulierten Kurzwellenstation mit 1,2 kW Ausgangsleistung
wurde um 1935/37 von der C. Lorenz AG in Berlin - Tempelhof entwickelt und
1940 - 1941 von der Standard Telephon & Radio AG in Zürich gebaut.
Über die G1,2K wurde der schwere Kommandofunkverkehr der Fliegernachrichtentruppe
abgewickelt, bis sie als Rundspruchstation im Grossen Verband bei den
Übermittlungstruppen ihe Nachverwendung fand.
Als Alternative zur Grossen Kurzwellen - Funkstation G1,5K wurde für die Fliegertruppen
der Sender der obgenannten Station auf einen Einsatz in einem höheren Frequenzbereich
adaptiert, worunter eine gewisse Verminderung der Ausgangsleistung zu verzeichnen ist.
Die Grosse Kurzwellen - Funkstation G1,2K wurde von der C. Lorenz AG, Berlin, um 1935/37
entwickelt und 1940/41 von der Standard Telephon & Radio AG in Zürich gefertigt
und der Truppe übergeben. Insgesamt wurden 16(gemäss Ritter 20, davon 8 auf Chassis M6 und
12 auf Chassis 2CM) Stück beschafft und den Fliegernachrichtentruppen
als G1,2K resp. sogenannte „C Station“ übergeben.

Die Station ist zur Erhöhung des Mobilitätsgrades auch im Gebirge auf einem
Geländelastwagen Saurer 6x6 montiert (10'000 kg), das Benzinaggregat muss auf einem Einachsanhänger
(2'200 kg) separat mitgeführt werden.

Der dreistufige Lorenz - Sender ist in vier Teilbereichen mittels Drehkondensatoren
durchstimmbar, alle Kreise laufen im Gleichlauf; die Antennenabstimmung erfolgt
mittels Schleifdraht - Variometern.
Im Sender arbeitet im Steuerkreis eine Röhre RS337, im Mittelkreis zwei RS377,
im Leistungskreis zwei RS329g, im Modulations- und Tastteil zwei RS382 und
drei Gleichrichterröhren RGN2504, im (Mikrophon-)Verstärkerteil zwei RS282 und drei Stück RE084k.
Die Station erreicht eine Ausgangleistung von 1200 W in Telegraphie tonlos (A1) und
400 Watt in Telegraphie tönend und Telephonie.

Als Empfänger kam der Allwellenempfänger "Uster" / E41
zum Einsatz.
Als Betriebsarten sind Telegraphie tonlos (A1), tönend (A2), Telephonie (A3) und
auch Hellschreiben vorgesehen. Der von Siemens entwickelte Hell-Schreiber
übermittelt als Streifen - 7x7 Punktmatrixschreiber direkt ablesbaren
Klartext. Die technischen Anforderungen an das Verfahren mit der durch die Ausbreitungsbedingungen
oftmals unsicheren Kurzwellenverbindung stellten hohe Anforderungen an das Bedienpersonal,
so dass 1944 auf die Betriebsart Hellschreiben verzichtet wurde.
Später wurde die Station auf den Allwellenempfänger E-44 umgerüstet, offenbar
kam dann ab ca. 1948 auch die Betriebsart Schnelltelegraphie zum Einsatz.
Die Stromversorgung der G1,2K / C-Station erfolgt durch einen im Maschinenanhänger (2200 kg)
untergebrachten Viertakt - Benzinmotor Phaenomen mit einem 15 kVA Drehstromgenerator.
Als Standardantenne kommt ein selbstschwingender 25m Teleskopmast Magirus
zum Einsatz, der auf dem Dach des Stationswagens aufgerichtet wurde.
Als Empfangsantennen konnten die Wagenantenne oder eine Langdrahtantenne zum
Einsatz kommen. Zum Duplexbetrieb muss die Empfangsstelle abgesetzt betrieben
werden, hierzu kommt der Funkbetriebswagen zum Einsatz, in der Regel mit
Langdraht - Empfangsantennen.
Die G1,2K / SE-404 wurde bei der Fliegernachrichtentruppe für schwere
Kommandoverbindungen von Fliegerfunkkompanien eingesetzt, mit der Truppenordnung
1961 gelangte die SE-404 zu den Übermittlungstruppen als Rundspruchstation
im grossen Verband bis zur Ausmusterung 1967.
weitere Lektüre:
d: Das Fernmeldematerial der Schweizerischen Armee seit 1975, R.J.Ritter, Folge 1/2
d: SE-404 / G1,2K / C-Station auf der website www.hamfu.ch der IgUem
Eine C-Station / SE-404 ist am Flieger- / Flabmuseum Dübendorf ausgestellt, eine weitere wurde von der
Ig Uebermittlung restauriert.